Aitor Ortiz – „Gaudí. Intime Impressionen“
- Palma

Wechselausstellung
Teatre Municipal Xesc Forteza
Architektur zu fotografieren, insbesondere die von Antoni Gaudí, stellt eine besondere Herausforderung dar und wirft eine unausweichliche Frage auf: Was kann ein neuer Blick auf derart häufig fotografierte Werke beitragen?
Die Architektur Antoni Gaudís zählt seit Jahrzehnten zu den am häufigsten fotografierten der Welt, und die dazugehörige Bibliografie ist umfangreich. Die von professionellen oder amatuerhaften Fotografen aufgenommenen Bilder wecken bei den Betrachtenden den Wunsch, seine Bauwerke unmittelbar kennenzulernen, und bringen jedes Jahr Millionen Menschen aus den entlegensten Ländern der Welt an die Orte, an denen sie sich befinden – wodurch neue Fotografien entstehen.
Aitor Ortiz nahm die Herausforderung an, die Architektur des katalanischen Genies zu fotografieren, um etwas zu vermitteln, das bisher nicht auf dieselbe Weise gesehen worden war. Er wollte keine noch nicht fotografierten Elemente suchen – vielleicht ein unmögliches Vorhaben –, sondern sie mit der gebotenen Nüchternheit und Distanz betrachten. Zugleich zeigt er uns auf subtile Weise auch jenen Gaudí, der sich zwischen der handwerklichen Tradition der Vergangenheit und der technologischen Moderne seiner Zeit bewegte, und hebt die Bedeutung seiner Werkstatt als Labor hervor, dem Keimraum seines gesamten kreativen Prozesses. Indem er die Rhetorik der Farbe tilgt und in die Details vordringt, entdeckt er nicht nur einen für seine Zeit überraschend aktuellen und modernen Gaudí, sondern bleibt auch der Bildsprache treu, die seine Fotografie bis heute unverwechselbar macht. Die Kraft Gaudís und Ortiz’ Blick treten in einen Dialog, in dem beide ihre Qualitäten vollständig, aber gesteigert, zeigen.
Die Ausstellung umfasst knapp 70 kleinformatige Werke in klassizistischer Gestaltung, die jedoch mit sehr zeitgenössischen Druck- und Montagetechniken umgesetzt wurden. Sie zeichnet sich durch ihre stille Präsenz aus und macht die umgebende visuelle Stille, wie in der Musik von Frederic Mompou, zur Protagonistin – zwischen zwei intimen Klangwelten oder vielmehr zwischen zwei stillen Bildern.
Weitere Informationen: 971 225 900 (Durchw. 1727 und 1730)
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 14 Uhr
- Ausstellung
- Kunst
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